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Warum werden Handytelefonierer häufig als störend empfunden?

News   •   Jul 24, 2014 10:45 CEST

Wer in der Öffentlichkeit mit dem Handy telefoniert erregt meistens mehr Aufmerksamkeit, als ihm lieb ist. Bekanntestes Beispiel dafür ist das Telefonieren im Zugabteil. Dabei werden Handytelefonate stets von den anderen Fahrgästen sehr genau bemerkt und gehört, während beispielsweise das direkte Gespräch zweier Bahnreisender weitaus unauffälliger und weniger störend erlebt wird. Das geht sogar soweit, dass bei einem Handytelefonat kaum weggehört werden kann.

Neurowissenschaftler der University of California in San Diego sind dem Phänomen auf den Grund gegangen und haben dafür eine Erklärung gefunden. Zwei Gruppen von Studenten wurden während des Lesens abwechselnd von einem Handytelefonierer und zwei sich unterhaltenden Personen gestört. Anschließend berichteten die Probanden einstimmig, dass sie den Telefonierer stets lauter und störender wahrgenommen haben. Sie konnten sich außerdem besser an die Gesprächsinhalte erinnern.

Der Grund dafür liegt in einer Vorsichtsmaßnahme des Gehirns, das bei Dialogen immer den Verlauf des Gesprächs voraussagen möchte, um auf mögliche Gefahren oder Bedrohungen reagieren zu können. Wenn nur ein Gesprächspartner gehört wird, lässt sich der Gesprächsverlauf natürlich schwieriger vorhersagen, und dem Gesagten wird ungewollt deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das Beispiel zeigt, wie wichtig der Hörsinn im täglichen Leben ist. Bei Fragen zur Vorsorge oder zur Anpassung von Hörsystemen bieten die Partnerakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören professionelle und fachgerechte Beratung.

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